Partizipationsrechte

Rechte der Kinder, die in der Kita Marienplatz, Lüneburg betreut werden

Präambel

Vom 31. Januar bis 2. Februar 2018 traten die pädagogischen Fachkräfte der Kita Marienplatz im Rahmen einer Klausurtagung zusammen und verständigten sich auf einige der künftig in der Einrichtung geltenden Partizipationsrechte der Kinder.

Die pädagogischen Fachkräfte der Kita Marienplatz richten ihre pädagogische Arbeit an den Grundrechten der Kinder aus.

Zuständigkeitsbereiche

Kleidung

In den Innenräumen:

1. Die Kinder haben das Recht ihre Kleidung, ausgenommen Unterhosen, mit anderen Kindern leihweise zu tauschen.

2. Die Kinder dürfen im Innenbereich entscheiden, ob sie Hausschuhe tragen.

3. Über alle anderen Fragen bezüglich ihrer Kleidung in den Innenräumen dürfen die Kinder selbst entscheiden.

Im Außenbereich:

1. Über das Barfußlaufen sowie über das Tragen von Regenhose oder Schneehose entscheiden Kinder und pädagogische Fachkräfte individuell gemeinsam.

2. Die Kinder haben das Recht eigenständig zu entscheiden, ob sie Mütze, Schal oder Handschuhe anziehen.

Wir möchten Kinder in ihrer Wahrnehmung sensibilisieren, um sie zu befähigen selbst zu entscheiden welche Kleidung sie für sich benötigen.

Mahlzeiten

1. Jedes Kind hat das Recht etwas zu essen, wenn es Hunger hat.

2. Jedes Kind hat das Recht zu entscheiden, ob, was und wie viel es isst, sofern keine medizinische Indikation und/oder keine familiäre ethisch oder religiös begründete Einschränkung vorliegt und für alle Kinder genug da ist. Dieses Recht umfasst auch das Recht des Kindes selbst zu bestimmen, ob und was es probieren möchte. Die ethisch oder religiös begründeten Einschränkungen, die die Eltern vorgeben, können nur berücksichtigt werden, wenn die Wünsche organisationstechnisch (vor allem bzgl. der Zusammenarbeit mit dem Essenslieferanten) umsetzbar sind.

3. Die Kinder haben zu jeder Zeit das Recht zu entscheiden, ob und wie viel sie trinken möchten.

4. Die Kinder haben das Recht zu bestimmen, in welcher Reihenfolge sie den Inhalt ihrer Brotdose essen.

5. Die Kinder haben das Recht in gemütlicher Atmosphäre, insbesondere beim gemeinsamen Mittagessen, Tischkultur zu erfahren.

6. Die Kinder haben das Recht zu entscheiden, neben wem sie sitzen wollen.

7. Die Kinder haben das Recht zu entscheiden, mit welchem Besteck sie essen.

Ruhen/Schlafen

1. Jedes Kind hat das Recht, sich jederzeit auszuruhen oder zu schlafen.

2. Jedes Kind hat das Recht so lange zu schlafen, wie es möchte.

Hygiene

1. Jedes Kind hat das Recht zu entscheiden, von wem es gewickelt wird.

2. Jedes Kind hat das Recht selbst zu entscheiden, ob es eine Windel tragen möchte.

3. Die Kinder haben das Recht eigenständig auf die Toilette zu gehen. Je nach Entwicklungsstand stehen wir Fachkräfte den Kindern unterstützend zur Seite.

4. Die Kinder haben das Recht selbständig Nase zu putzen.

5. Die Kinder haben das Recht sich jederzeit die Hände zu waschen.

Im Rahmen der Reinlichkeitserziehung sehen wir es als unsere Aufgabe an, die Kinder zu unterstützen.

Sicherheit

Die Kinder haben in keinem Fall das Recht mitzuentscheiden, wenn aus Sicht der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Kinder nicht überschaubare Gefahren für Körper und Psyche bestehen.

Änderungen dieser Rechte

Diese Rechte können ausschließlich von der Dienstversammlung der pädagogischen Fachkräfte geändert werden. Hierfür bedarf es der Mehrheit von zwei Drittel aller anwesenden Fachkräfte, um das Recht eines Kindes einzuschränken und eines Konsensbeschlusses, um das Recht eines Kindes zu erweitern.

Inkrafttreten

Die Elternvertreterschaft wird über die von den pädagogischen Fachkräften erarbeiteten Partizipationsrechte ab dem 26. März 2018 informiert. Die Elternvertreterschaft hat bis zum 9. April 2018 die Möglichkeit, der Leitung ihre Sichtweise dazu mitzuteilen. Die Leitung wird mit den pädagogischen Fachkräften darüber bis spätestens 19. April 2018 beraten und der Elternvertreterschaft eine fachlich begründete Rückmeldung zu ihrer Sichtweise geben. Die Elternschaft wird im Rahmen eines Gesamtelternabends spätestens am 13. Juni 2018 informiert. Diese Vorgehensweise ist für die Beteiligung der Elternschaft im Rahmen der Weiterentwicklung des pädagogischen Profils Voraussetzung für das Inkrafttreten der Partizipationsrechte.

Die oben genannten Rechte treten ab dem 1. August 2018 in Kraft.